Knapp an einer faustdicken Überraschung vorbei rauschten die Crailsheim Merlins beim Duell mit dem Tabellenzweiten Cuxhaven.
Die zahlreichen Zuschauer erlebten in der ersten Halbzeit eine sehr kompakt auftretende Gästemannschaft von der Nordseeküste. In dieser Phase bekam der stark auftretende Merlins-Aufbauspieler John Bynum zu wenig Entlastung von seinen Teamkameraden.
Beim Stand von 31:38 wurden die Seiten gewechselt. Die Worte von Trainer Ingo Enskat fruchteten zu Beginn der zweiten Halbzeit noch nicht genügend. Die Nordlichter unter Führung des herausragenden australischen Aufbauspielers Lee Jeka schalteten weiterhin souverän in der Offensive und bauten den Vorsprung kontinuierlich aus. Bei einem 15 Punkte Rückstand schien der Widerstand der Zauberer gebrochen. Coach Enskat war sichtlich unzufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. Bei der fälligen Auszeit beorderte er das Merlins-Eigengewächs Harald Debelka in die Aufstellung. Debelka nutzte rotzfrech die ihm gebotene Chance und hauchte mit seinem ersten Dreier seiner Mannschaft wieder Lebensmut ein. Doch damit nicht genug. Die Show ging weiter, der zweite Dreier wurde von Debelka nur wenig später eingestreut. Die Menge tobte und der Vorsprung schmolz weiter. In dieser Phase bevorzugte Enskat die Formation mit den zwei US Centern Brooks und Zuiderveen unter dem Korb und neben Bynum und Debelka wurde dem ins U20 Nationalkader nominierte Femi Oladipo vertraut. So suchte man weiterhin die Großen unter dem Korb und wenn der Weg verbaut war ging der Ball raus und Debelka versenkte weitere zwei Dreier. Die Halle stand nun endgültig Kopf. Beim Stand von 76:76 51 Sekunden vor Schluss wurde Brooks geblockt, Oladipo schnappte sich den Offense-Rebound konnte jedoch den Ball im Tumult leider nicht versenken. Im Gegenangriff, 9 Sekunden vor Schluss, verwandelten die Gäste einen Freiwurf zum (76:77). In der fälligen Auszeit stellte Coach Enskat seine Mannen auf den vermeintlich letzten Angriff ein.
Der Ball ging zum Spielmacher Bynum, der zum Schrecken des Crailsheimer Publikums den Ball verlor und der vermeintliche, vom Publikum erwartete, Foulpfiff der Crailsheimer Mannschaft verwehrt wurde. Ein schnelles Foul der Merlins schickte Lee Jeka an die Freiwurflinie, wo dieser eiskalt beide Freiwürfe verwandelte. Der letzte Angriff wurde schnell ausgeführt, Bynum brachten den Ball nach vorne und fand den freien Marc McAndrew, der mit der Schluss-Sirene den Korb beim Dreierversuch nur knapp verfehlte und somit seine Merlins statt in die Verlängerung, in die zweite Heimniederlage der Saison schickte.
Letztlich war es stark, wie die Merlins sich wieder zurück in das Spiel gekämpft und dann sogar ihr Schicksal in den eigenen Händen hatten. Das trotz des letzten Fehlwurfs begeisterte Publikum honorierte die Leistung des Teams so auch unter lautem Beifall; auch wenn es an diesem Wochenende dann doch nicht zur erhofften Sensation gereicht hatte.